Standort DB0QF

History

Die Entstehungsgeschichte der RTTY-Relais DB0QF und DB0QFA

1980 -1983
Testversuche durch DF3EY in RTTY mit einer der ersten auf dem Markt befindlichen RTTY-Mailbox-Software auf 145.300 MHz. Die Station war 24 Stunden QRV.

1983
Durch ständige Beschwerden von OM auf 145.300, die sich durch diese Box gestört fühlten, und das, obwohl der RTTY-Betrieb auf 145.300 so gut wie gar nicht vorhanden war, wurde die Station abgeschaltet. Außerdem fanden sich nun sporadisch immer mehr Stationen ein, die ein eigenes Mailboxprogramm laufen ließen und dadurch kein störungsfreier Betrieb mehr möglich war. Überlegungen von DF3EY und DG7EL zum Aufbau eines RTTY-Relais. Da zu diesem Zeitpunkt bereits zwei RTTY-Relais genehmigt waren, nämlich DBOSI auf 2 m mit Standort Duisburg und DB0QF auf 70 cm mit Standort Kempen, war es nicht möglich, ein weiteres Relais genehmigt zu bekommen.

Durch unsere Aktivitäten wurde DL6OR, OM Josef Schönberg aus Kempen aufmerksam und setzte sich mit OM Helmut, DL1OY, in Verbindung. In einem Vorgespräch mit ihm ließ er anklingen, daß er aus beruflichen und zeitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sei, das von ihm gebaute und betreute RTTY-Relais DB0QF auf 70 cm, was von seinem QTH aus QRV war, weiter auszubauen.

Am 10.09.83
erhielten wir eine schriftliche Zusicherung von DL6OR, in der er bestätigt, daß, wenn sich eine Gruppe findet, die ein neues Relais mit neuer Technik aufbaut, er sofort die Lizenz für DB0QF, Kempen zur Verfügung stellt. In dem Schreiben erinnerte er auch daran, daß schon Versuche anderer OM in dieser Richtung bisher fehlgeschlagen seien und warnte vor Übereifer im Bau eines Relais. Weiterhin fand er sich bereit, die QRG 438.625 MHz bis zum Einschalten eines neuen Relais zu verteidigen. Ein Abschalten des bewährten Relais inKempen käme nur in Frage, wenn das neue einwandfrei funktioniere.

Oktober 1983
Entwurf und Bau einer Relaissteuerung auf Eurokarten durch DG7EL. Geplant waren maximal drei Karten. Gleichzeitig bemühte sich Helmut Liebich, DL1OY, um den HF-Teil des Relais und Gerd, DF3EY, um die Computerseite des Relais.

November 1983
Prototyp der Steuerung in Tag- und Nachtarbeit fertig gebaut. Aus den geplanten 3 Eurokarten sind nun 14 Stück geworden. Erste HF-Teile sind auch fertig. Sender sowie Empfängerprogrammierungsarbeiten der Relaissoftware sind im vollen Gange. Fehler stellten sich jeden Tag wieder neue ein. Suche nach einem CW-Rufzeichengeber.Platine dafür besorgt. DL1OY verhandelt über einen Relaisstandort mit der Firma Solvay in Rheinberg.

Dezember 1983
Da der Rufzeichengeber mit einem PROM arbeitete, wurde dieser umgebaut, damit ein EPROM eingesetzt werden konnte. Fehler auf der kommerziellen Printkarte wurden beseitigt und der CW-Rufzeichengeber aufgebaut. DF3EY programmiert die Software für das EPROM. Fahrt nach DD5DW, Steve in Ratingen, der ein EPROM auf seinem „AIM 65" Computer brennt. EPROM im Rufzeichengeber eingebaut und, wie könnte es anders sein, es klappt....nicht. Alle CW-Zeichen sind undefinierbar. Kontrolle des EPROM-Inhalts und Überprüfung der Programmierung. Dabei wurde festgestellt, daß die Programmierung invertiert werden mußte, da durch den Umbau auf EPROM eine Drehung der Datenleitungen erfolgte. Also wiederum fahrt nach DD5DW (er war der einzige im Umkreis, der EPROM's programmieren konnte). Neues EPROM im Callgeber eingebaut und endlich Erfolg gehabt. DB0QF als CW-Zeichen gehört. Von DF3EY wurde ein Computer angeschafft: Modell l. Dieser wurde von 16 kB RAM auf 48 kB RAM umgerüstet, was zu diesem Zeitpunkt schon recht viel war. Ferner wurde ein Floppycontroler eingebaut und ein RTTY-Interface aufgebaut und montiert. Der Prototyp der Steuerung läuft bei DG7EL im Trockenzustand, also ohne HF-Anschlüsse, einige Wochen im 24 Stunden-Dauertest. DL1OY läßt den Relaissender einige Tage an einem Dummyload senden und der RX läuft auch dauernd durch.

06.12.83
Vorvertrag mit der Solvay durch DL1OY abgeschlossen.

Januar 1984
Von DL6OR bekommen wie die 70cm-Weiche und diese wird von Werner, DC4JG, aus Wesel, auf unsere QRG abgeglichen. Aufbau der einzelnen Relaiskomponenten im OV-Heim von L07 in Kamp-Lintfort. Ziehen von Antennenkabel zum Dach und Aufbau der Antenne usw.

05.01.84
Der große Augenblick.... Einschalten des neuen RTTY-Relais. Sender klappt auf Anhieb .... aber das ist auch schon alles. Empfänger ist sofort zugestopft und auch die Steuerung hat Probleme mit der Hochfrequenz.

06.01.84
Nach Umbaumaßnahmen kommt es zum 1. Versuch. Diesmal klappt es so einigermaßen. Sender OK, RX geht auch so leidlich. Nach stundenlangem Einmessen der Töne, QRG und Hub, Fahrt nach Hause.

07.01.84
Treffen im OV-Heim. Einschalten der Anlage und endlose Testversuche mit Hans, DL2EBB. Nach stundenlanger Arbeit wieder nach Hause. Zu Hause angekommen, stellten wir fest: Dauerträger auf dem Relais mit einem untypischen RTTY-Ton, also nicht von der AFSK. Also wieder ins Auto und Fahrt zum Club. Alles überprüft, nichts gefunden. Getestet mit DL2EBB und DG7EL, und wieder nach Hause. Zu Hause dann wieder das gleiche. Nach ca. 10 min, beim Ablauf der CW-Kennung, Dauerton. Also wieder ins Auto und hin. Dort nach Ankunft wieder alles normal. Nachdem es aber nun schon 3 Uhr nachts ist, wird die Sache für den Tag abgeschlossen.

08.01.84
Fahrt wieder zum OV-Heim, Einschalten der Anlage und testen. Callgeber alles OK. Kontrollempfänger in weiser Voraussicht mitgenommen. Nach Verlassen der Räume, daß heißt auch Ausschalten des Lichts, plötzlich wieder dieser Dauerton-Effekt. Licht einschalten, CW-Geber wieder OK. Großes Erstaunen bei DG7EL und DF3EY. Nach Rücksprachen mit einigen OM, DJ8IO usw. großes Kopfschütteln und wir wurden mitleidig belächelt, wenn wir sagten, daß die CW-Kennung nur mit Licht läuft.

10.01.84
Da wir auch ab und zu arbeiten müssen und Familie haben, mußte der 09.01.84 ausfallen.

Da der CW-Geber nun eben nur mit Licht seine Kennung gibt, haben wir bis zur Lösung des Problems das EPROM, mit einer Konstruktion aus Draht als Halter gebogen und Glühlampe 12 Volt direkt über das EPROM, beleuchtet. Kennungsgeber läuft zur vollen Zufriedenheit. Relais ist QRV und die ersten OSO's werden geführt.

14.01.84
Der Computer wird ans Relais angeschlossen. Erste Versuche funktionieren sofort.

15.01.84
Nach Rücksprache mit DL6OR einigte man sich, daß die Einschaltzeiten des neuen Relais von 08.30 bis 16.45 Uhr MEZ beschränkt sein sollen und die übrige Zeit das alte DB0QF in Kempen QRV ist. Das neue DB0QF arbeitet mit einem TX KF 450, 4.5 Watt HF, RX ist ebenfalls ein KF 450 von Bosch.

17.01.84
DL6OR stellt erstmals das neue RTTY-Relais DB0QF in seinem wöchentlichen RTTY-Rundspruch vor und gibt den Text der Bedienungsanleitung weiter.

23.01.84
Besprechung DL1OY, DG7EL, DF3EY, DK3IR bei der Solvay in Rheinberg wegen des Relaisstandortes.

24.01.84
Ausfall des Relais - Dauerton - Relais fällt nicht mehr ab. Fahrt zum Clubheim und Fehler schnell behoben. Grund: die Glühlampe, die das EPROM beleuchtet, war durchgebrannt. Diese erneuert und alles wieder OK.

27.01.84
DJ8IO, Conny aus Moers, erklärt sich bereit, in seinem QRL an einem kommerziellen EPROMer ein neues EPROM für den Rufzeichengeber zu brennen. Programmierung durch DF3EY überprüft und Daten zu DJ8IO gegeben.

28.01.84
DJ8IO übergibt das neue EPROM, welches durch DG7EL sofort eingebaut wird, und siehe da, Kennungsgeber klappt auf Anhieb. Nun kommt aber der große Versuch. EPROM-Beleuchtung ausschalten. Und ... der Kennungsgeber klappt immer noch!! Recherchen haben ergeben, daß die alten EPROM's bei DD5DW mit einer nicht korrekten Programmierspannung gebrannt wurden und sie daher den Effekt der Beleuchtung hatten.

29.01.84
Schreiben von DL6OR an DL1OY, in dem er uns gratuliert, daß DB0QF nun läuft und er es auch mit Behelfsantennen gut von Kempen aus arbeiten kann. Er bittet uns, da die DAFG ihn gebeten hat, einen Vortrag im Zusammenhang mit einer Tagung in Bad Rothenfelde zu halten, ein Manuskript zu erstellen, mit dem das neue Computer-RTTY, FAX, SSTV, Hell- Relais beschrieben wird. Dieses Relais war zu diesem Zeitpunkt, neben dem Relais in Frankfurt, das einzige in Deutschland mit diesen Möglichkeiten.

05.02.84
Ausfall eines Floppylaufwerks beim Computer.

06.02.84
Neues Laufwerk eingebaut und kleine Änderungen in der Software vorgenommen.

15.02.84
Schreiben von DL6OR an DL1OY, in dem Josef berichtet, wie der Vortrag in Bad Rothenfelde angekommen ist und daß er nun auf dem neuen DB0QF voll QRV ist, und auch schon die ersten Versuche in FAX gemacht hat. Weiterhin schlägt er vor, die Einschaltzeiten seines Relais weiter zu reduzieren und diese nur noch auf 20 bis 22 Uhr zu beschränken.

23.02.84
Neuabgleich der Sendefrequenz durch Alterung der Quarze, Auswechseln des Empfängers durch einen besseren (auch KF 450 )

26.02.84
Aufbau eines 70 cm Vorverstärkers durch DF3EY.

27.02.84
Einbau des VV in den RX-Zweig. Empfindlichkeit wurde erhöht.

02.03.84
DG7EL besorgt einen Stahlschrank für das Relais und arbeitet diesen um, da er zu groß ist.

10.03.84 - 25.03.84
Ausfälle des Computers durch Netzstörungen. Einige 100 Versuche mit Netzfiltem und Abblockungen der Netzleitungen, um diese zu verhindern.

29.03.84
Ein großer Tag:
DL1OY erhält von der Solvay in Rheinberg die Genehmigung, das Relais auf den werkseigenen Kraftwerksturm, der 110 m über NN liegt, aufzubauen.

03.04.84 - 20.04.84
Planungen für den Aufbau des Relais und Besorgungen von Materialien für den Umbau. Dazwischen immer wieder Fahrten zum Probestandort in Kamp-Lintfort, um Fehler am Relais zu beseitigen: Schaltrelais auswechseln, Empfänger wechseln, Stromversorgung reparieren, Sender nachgleichen usw.

25.04.84
Manuskript von DF3EY erstellt, für die Veröffentlichung der Beschreibung des Relais in der cq/DL.

04 - 05.84
Antennenweiche wird von DC4JG zu DJ50X nach Dingden gebracht, der die Weiche in seinem QRL durchwobbelt und nachgleicht.

07.05.84
Besichtigung des zukünftigen Relaisstandortes und Planungen vor Ort.

09.05.84
Einbau der Gerätschaften, mit Unterstützung von Heinz, DK3IR, in den Stahlschrank.

10.05.84
Der große Schreck:
Nach Transport des schweren Stahlschranks zur oberen Plattform des Kraftwerkturms, sahen wir mit Erschrecken, daß dort schon Arbeiten im Gange waren und zum gleichen Zeitpunkt ein kommerzielles Funkrelais aufgebaut wurde, was für die Feuerwehr gedacht war.

Problem:
Man hatte das Relais prompt an dem Platz montiert, wo wir DB0QF montieren wollten. Durch ein Gespräch mit der Montagefirma stellte sich heraus, daß es sich um ein Gleichwellenfunkrelais handelt, was im 4m-Band sendet, die Steuerung der Relais untereinander aber auf 70 cm stattfindet!! Also mußten wir uns zum ersten, für die Montage des Schranks, einen neuen Platz suchen. Dieser wurde nach langen hin und her gefunden und lag nun direkt über dem Treppenhaus, welches im Turm untergebracht ist, also ohne Unterlage direkt über dem Abgrund, so daß ein Runterfallen von Werkzeug, Schrauben usw., fatale Folgen haben könnte, denn diese würden 79 Meter tief fallen, außerdem kamen uns Bedenken wegen dieser 70cm-Richtfunkstrecke.

11.05.84
Weitere Installationsarbeiten, mit einigen Wegen nach unten, um heruntergefallene Schraubenzieher usw. wieder nach oben zu bringen.

12.05.84
Montage der Antenne auf den vorhandenen Fahnenmast und Verlegen von Antennenkabel RG213U, mit der tatkräftigen Unterstützung von Heinz, DK3IR. Anschließend der große Moment: Einschalten des Relais. Ergebnis: Alles, was unten am Boden mehrere Wochen funktionierte, klappte nun oben im Turm nicht mehr. Großes Rauschen und Kreischen im Empfänger zeugte von Einstrahlungen. Leistung reduziert bis auf l Watt. Empfänger nun einigermaßen empfindlich.

14 05.84
Auswechseln des Antennenkabel RG213U gegen H 100. Erdpotentiale hergestellt. Ein großer Erfolg war allerdings nicht zu verzeichnen. DL2EBB war die erste Station, die das Relais am neuen Standort arbeitete. Ferner kamen noch DB5JI und DC4JG, DD5DW, DG6EAJ, DA4AT, u.a. dazu. Erste weiter entfernte Station war dann Alfred, DG3KF, aus der Nähe von Aachen.

16.05.84
Erste Versuche in SSTV und Hellschreiben wurden durchgeführt. Außerdem sendet DL0ER zum ersten Mal die FAX-Wetterkarte über das Relais.

27.05.84
DL6OR erklärt sich bereit, nachdem das neue Relais nun voll QRV ist, die alte Lizenz abzugeben und auch weiterhin den Rundspruch sowie die FAX-Bulletins und FAX-Wetterkarte über das neue Relais mit der größeren Reichweite abzustrahlen.

28.05.84
Beim DARC wurde mit Absprache von DL6OR ein Antrag auf Änderung der Relaisfunkstelle DB0QF für den Standort und die Relaisverantwortlichkeit gestellt.

04.06.84
Rückantwort vom UKW-Referat des DARC mit der Befürwortung und Weiterreichung des Antrags zur OPD.

20.06.84
Bei der Bearbeitung des Antrags bei der OPD stellte sich heraus, daß die Lizenz für DB0QF an für sich schon abgelaufen war, da Josef, DL6OR, aus Zeitgründen es wohl versäumt hatte, die jährliche Verlängerung für Relaisfunkstellen zu beantragen. Somit wurde aus der Änderung ein Neuantrag gemacht. Wir legten großen Wert darauf, daß das Rufzeichen DB0QF erhalten bleibt, da es

1.  In der Umgebung hier bekannt war und
2. Josef, DL6OR, auch viele Jahre allein ohne jegliche Unterstützung das Relais unter diesem Call aufgebaut und betrieben hatte.

25.06.84
Wir erhalten für DB0QF die Genehmigung von der OPD Düsseldorf. In den Monaten Juli und August 84 lief das Relais mit einigen Störungen, aber kontinuierlich durch. Es wurde samstags der RTTY-Rundspruch durch DL6OR abgestrahlt, weiterhin speiste DL6OR den aktuellen Wetterbericht von Klaus, DL5EJ, ein und sendete außerdem samstags um 18.00 Uhr auch noch den Rundspruch mit 75 Baud und sonntags das FAX-Bulletin in der Betriebsart FAX sowie die FAX-Wetterkarte.

05.09.84
Durch dauernde Beeinflussungen des Empfängers wurde der Vorverstärker ausgebaut und durch einen neuen, der von DC4JG gestiftet wurde, ersetzt. Die RX-Empfindlichkeit nahm daraufhin stark zu.

09.09.84
Im Hinblick auf das stattfindende BUS-Seminar in Kempen machten wir Anstrengungen, das Relais nun auch mit der optimalen Leistung betreiben zu können. Durch die Vermittlung von Werner, DC4JG, bekamen wir einen 70cm-PA-Baustein von OM Reinhard, DK5QY. Diesen baute DF3EY dann in ein Gehäuse, und es wurde von DG7EL ein zusätzlicher 19Zoll-Rahmen gebaut, mit Lüfter für die PA und ein Netzteil.

10 09.84
Da nun der Stahlschrank zu klein wurde, mußte ein Zusatzkasten installiert werden, der die PA-Bausteine aufnahm. DK3IR war uns in dieser Richtung behilflich, und so entstand ein Aufsatz für die PA-Endstufe.

11.09.84
Inbetriebnahme der neuen PA. Großer Erfolg. Die gewünschte Leistung ließ sich ohne Probleme erzielen, und sogar einiges an Reserve war noch vorhanden. Nur das Problem mit der Einstrahlung ließ sich leider nicht beseitigen.

12.09.84
Helmut, DL1OY, war ununterbrochen damit beschäftigt, die von DF3EY ausgebauten Empfänger zu überprüfen und den Fehler der Einstrahlungen festzustellen. Dazu wurde oftmals der komplette Meßplatz aus dem QRL vom Helmut zum Turm geschleppt, und auch Helmut stand während seiner Arbeitszeit und seiner Freizeit zu Verfügung.

13.09.84
Abschalten des Senders KF 450 und probeweiser Einbau eines Funkgerätes aus der Amateurfunk-Serie. Dies war ein Privatfunkgerät von DL1OY. Ergebnis: Empfänger war ohne jegliche Beeinflussung und sehr empfindlich, was sich dann auch prompt abends bemerkbar machte, als einige Stationen aus Münster und PA0 usw. QRV waren. Somit stand also fest: die Einstrahlungen kamen vom KF450, der in der Endstufe ja mit einem Varaktorverdreifacher arbeitete und da wohl ein Spektrum erzeugte, was den RX zumachte.

16.-17.09.84
BUS-Treffen in Kempen. Mit einem Vortrag und Vorstellung des Relais durch DG7EL und DF3EY. Wir beide waren schon sehr nervös, da es für uns so eine Art Premiere war, vor so vielen Leuten zu sprechen und Fragen zu beantworten. Dieses wurde uns dann auch noch etwas erschwert, als während des Vertrags ein OM in der 1. Reihe, durch lautes Rascheln mit seiner Chips-Tüte und knacken mit Plätzchen, uns irritierte. Außerdem stellte er einige merkwürdige Fragen wie z.B.: „Ich habe einen Femseher auf dem Sperrmüll gefunden. Wie kann ich nun damit RTTY machen?". Aber auch das haben wir überlebt, hi.

Nach dem BUS-Seminar wurde die Resonanz noch größer, und immer neue Rufzeichen wurden auf dem Relais gesehen.

3.10.84
Das Amateurfunkgerät von DL1OY wurde wieder ausgebaut und durch ein anderes kommerzielles Gerät ersetzt. Dies war ebenfalls eine Leihgabe von DL1OY.

10.10.84
Die Signalauswertung des Relais wurde nicht durch die Rauschsperre vorgenommen, sondern aus Empfindlichkeitsgründen mit der Begrenzerspannung. Diese schaltet, sobald ein Signal anliegt, l. die Rauschsperre ab und 2. die Steuerung ein. Aber diese Art der Auswertung hatte seine Tücken. Die kleinste Veränderung der Begrenzerspannung bewirkte ein Auftasten des Relais. Und da das Relais ohne ersichtlichen Grund sich sehr oft auftastete, wurde durch DK3IR eine Meßeinrichtung installiert, die diese Begrenzerspannung zeitlich festhielt und dokumentierte. Dabei stellte sich heraus, daß ein z.B. herannahendes Gewitter die Begrenzerspannung bis zu 300 Millivolt veränderte und somit ein Signal simulierte. Man konnte anhand des Schreibers sehen, wann das Gewitter aufzog, wann es den Höhepunkt hatte, und wann es wieder abklang. Das war so ein kleiner Nebeneffekt der Auswertung, und wir machten das spaßeshalber als sogenannten Gewitterindikator bekannt.

23.11.84
Durch Überreichweiten waren RTTY-Stationen aus Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Hildesheim usw. QRV.

07.01.85
DL1OY besorgte einen neuen 70cm-Sender, der ehemals in einer Personenrufanlage seinen Dienst tat. Dieser wurde um- und eingebaut.

15.04.85
Die „gute" kommerzielle Antenne auf dem Fahnenmast hatte ihren Geist aufgeben, und das obere Stück der Antenne würde vom Sturm weggeblasen. Es wurde eine neue Antenne in Dänemark bestellt und geliefert.

27.04.85
Neue Antenne auf dem Fahnenmast montiert.

01.05.85
Auf dem Signal vom Relais wurde starkes Fading festgestellt. Nachforschungen ergaben, daß die Flagge der BRD am l. Mai auf dem Turm gehißt wurde und dadurch der Fahnenmast stark schwankte und die Antenne vibrierte. Das sie heil geblieben ist, war ein Wunder.

10.05.85
Umbau der Antenne vom Fahnenmast auf einen separaten Mast. Dadurch war die Antennenhöhe um 10 m geringer geworden, was aber keinen wesentlichen Nachteil brachte.

06.85-1989
Weitgehend störungsfreier Betrieb des Relais. Mit kleineren Reparaturen, wie Netzteil vom RX und TX, Ausfall RX usw. Wobei anzumerken ist, daß die Umgebungstemperatur am Relais so um die 45° ist. Im Sommer noch etwas höher.

Januar 89
Da das 2m-RTTY-Relais DB0SI seinen Standort verlassen mußte und es keinen neuen Standort gab, versuchten wir mit dem damaligen Relaisbetreiber uns zu verständigen und den Vorschlag zu machen, das Relais solange auf dem Standort von DB0QF mitlaufen zu lassen, bis sich ein neuer Standort gefunden hat. Es ist aber nicht zu einer Einigung gekommen. Wir erfuhren später, daß die Lizenz für das 2m-RTTY-Relais DB0SI zurückgegeben worden war.

Februar 89
Es wurde ein neuer Relaisantrag für ein 2m-RTTY-Relais gestellt.

18.05.89
Von der OPD Düsseldorf kam die Genehmigung eines 2m-RTTY-Relais mit dem Rufzeichen DB0QFA.

November 89
Das 2m-RTTY-Relais DB0QFA wird zur Probe in Betrieb genommen. Standort Kamp-Lintfort. Alles verläuft problemlos. Da das Relais keine Haltezeit und Auswertung hat, wurde eine kleine Eurokarte gebaut und eine Steuerung angefertigt. Der wöchentliche RTTY-Rundspruch wird über das 2m und das 70cm RTTY-Relais gesendet.

Die Standortfrage des 2m-RTTY-Relais ist noch nicht geklärt. Es ist aber geplant, dieses nicht am gleichen Standort wie DB0QF aufzubauen, um diesen nicht durch zu viele Aktivitäten zu gefährden. Verhandlungen für einen anderen Standort dauern zur Zeit noch an.

Juni 90
Planungen eines Umbaus des 70cm-Relais DB0QF sind im Gange, es soll eine neue Relaissoftware zum Einsatz kommen. Es wird dazu allerdings ein komplett neues Computersystem benötigt. Zu diesem Zwecke werden ein XT-Motherboard sowie einige Karten angeschafft.

November 90
Eine brauchbare Software, von DK8JV geschrieben, wurde entdeckt und besorgt.

Januar 91
Kleine Veränderungen an der Software wurden durch DF3EY durchgeführt. Und die Software wurde auf dem Computer von DF3EY getestet.

DF3EY baut aus den vorhandenen Sachen den neuen Relaiscomputer zusammen. DL2PP, Alois, stellte dafür sein defektes XT-Netzteil zur Verfügung, was dann instandgesetzt wurde. Dann wurde das Motherboard in Betrieb genommen. Da diese Sachen von einem Amateurfunk-Flohmarkt stammen und dort auch als voll funktionsfähig verkauft wurden, sind natürlich, wie soll es auch anders sein, keine Funktionen festzustellen. DF3EY gibt sich dran, das System zu reparieren. Nach diversen Fehlem, die behoben wurden, stelle sich noch ein kleiner Fehler raus, der bewirkte, daß keine Laufwerke bzw. Floppy-Controler erkannt wurden. Da DF3EY ein identisches Motherboard in seinem Computer hatte, wollte er durch eine Vergleichsmessung den Fehler einkreisen. Durch ein Mißgeschick rutschte er bei der Messung ab und auf einem Schlag war nun auch der andere XT völlig tot. Nach nervenraubenden Reparaturen, über 2 Tage hin, war nun der XT von DF3EY wieder zum Leben erwacht. Ergebnis: Sämtliche BUS-Treiber-IC's waren defekt. Alles in allem eine große Hand voll defekter Bauteile, Wert ca. 80 DM. Nachdem nun der XT sich wieder meldete, wurde dann Karte für Karte wieder in Betrieb genommen. Dabei stellte sich heraus, daß auch der Floppycontroler und der Festplattencontroler die Messung nicht überstanden hatten. Der Floppycontroler konnte repariert werden, der Festplattencontroler nicht, da er in SMD-Technik aufgebaut ist. Nachdem nun der XT von DF3EY wieder fertig war, wurde der Relaiscomputer weiter untersucht und auch der Fehler beseitigt. Spendenaufrufe wurden von uns abgesetzt, und es wurden wider Erwarten einige Sachen gespendet. So spendete DG5EM eine Tastatur, DC9PI schickte einen Festplattencontroler sowie Speicher-RAM-Bausteine, DB6EK stiftet das Gehäuse, und auch von DF1QM bekamen wir einiges an Hardware. Auch auf das Sonderkonto wurde einiges an Geldspenden im Laufe der Jahre überwiesen, wofür wir uns hier recht herzlich bedanken möchten.

Februar 91
Der neue Relaiscomputer läuft zur Probe ohne nennenswerte Ausfälle. Parallel dazu wird eine neue Steuerung gebaut, die den Betrieb von FAX, SSTV sowie Hellschreiben gestattet. Nach Abklärung rechtlicher Fragen sollen auch Meteosat-Wetterbilder übertragen werden. In den nächsten Wochen soll der neue Computer installiert und voll in Betrieb genommen werden. Das alte System wird ab diesem Zeitpunkt abgeschaltet.

Wir möchten uns nochmals recht herzlich bei allen bedanken, die uns mit Sach- und Geldspenden, sowie mit Rat und Tat unterstützt haben. Ohne diese Hilfen wäre es uns nicht möglich, die beiden Relais aufzubauen und zu unterhalten. Unser besonderer Dank gilt Helmut, DL1OY, der in organisatorischen und technischen Fragen uns immer zur Seite stand.

März 91 ......
In der Hoffnung, daß die Relais noch lange ohne große Störungen laufen und genutzt werden können.

Aktuelles:

01.92-06.93
Das Relais wurde mit einer neuen Software versehen, die es nun gestattet, die bekannte Box-Software von Packet Radio Diebox zu betreiben. Außerdem ist es nun möglich am weltweiten Nachrichtenaustausch teilzunehmen, sowie als RTTY-User auch im europaweiten Packet-Radio-Netz QRV zu sein. Dazu wurde eine 23cm Linkstrecke aufgebaut, die in 9600 Baud eine Verbindung mit dem Digipeater DB0QS in Dinslaken hat.

Juli 93
Die Antennenanlage für das 2m-RTTY-Relais DB0QFA ist in Rheinberg aufgebaut worden. Für den Empfang ist eine 6,5dB Antenne montiert, und für den Sender eine 70/2m Antenne mit 3,5dB Gewinn installiert. Das Relais ist in Rheinberg montiert worden und QRV.
Einige Stationen sind auf dem 2m-RTTY-Relais QRV. Die Empfindlichkeit des Relais ist sehr gut, man kann mit 100 Milliwatt von ca.30 km Luftlinie über das Relais arbeiten.

April 95
Durch Packet Radio Stationen, die auf der 144.625 und 144.650 MHz FM Packet machen, wird die Eingabe des 12m-Relais stark gestört. Einige Versuche, den verantwortlichen Stellen klarzumachen, daß dort auf 144.6375 MHz die RTTY-Relaiseingaben seit Jahren sind, schlugen auf taube Ohren.

Oktober 95
Da die Störungen auf der Relaiseingabe nicht aufhörten und ein einwandfreier Betrieb nicht mehr gewährleistet war, haben wir uns schweren Herzen entschlossen, das 2m-RTTY-Relais aufzugeben. Gleichzeitig haben wir einen Änderungsantrag auf Umwandlung von einer RTTY-Relaisfunkstelle in ein RTTY-Infosystem (Mailbox) gestellt. Dieses System soll auf dazu vorgesehene QRG der MB2 145.300 MHz arbeiten.

November 95
Der Antrag wurde auf der UHF-SHF Tagung genehmigt.

Dezember 95
Ausfall der Lüfter bei DB0QF. Durch die lauten Lüfter-Geräusche, die durch Lagerfehler entstanden, wurde DK3IR, der sein QRL am Standort des Relais hat, aufmerksam und verständigte uns. Achim, DG3EAI, und Wilfried, DG7EL, machten sich auf dem Weg zum Relaisstandort. DF3EY war aus Krankheitsgründen verhindert; was sich im nach hinein als glücklich herausstellte. Bei der Ankunft stellten Achim und Wilfried fest, daß an dem Aufzug im Turm Wartungsarbeiten stattfanden: das hieß, die ganzen Treppen hochklettem, 79m bei einer Temperatur von ca. 40°, und bepackt mit Werkzeug und Meßgeräten. Oben angekommen machten beide erst mal eine Zwangspause. Es wurden die Lüfter gewechselt und der Relaisschrank gereinigt.

Februar 96
Da der Vater des RPU RTTY (P)acket (U)msetzer (DB8YP) QRL-mäßig stark eingespannt war, hatte er keine Zeit mehr, um Fehler und Änderungen an der RPU Software durchzuführen. Er überließ DF3EY den Sourcecode des Programms, und DF3EY machte sich an die Arbeit die RPU zu verbessern.

März 96
Nachricht vom UKW-Referat des DARC, daß der Antrag dem BAPT zur Genehmigung zugesendet wird.

PS: man beachte die lange Zeit zwischen der Tagung in 11.95 bis zum Versenden in 04.96 !!
Die ersten Versionen der neuen RPU wurden erfolgreich getestet.

April 96
Gerät für das Infosystem durch DL1OY HF-technisch fertiggestellt, und von DG3EAI und DF3EY montiert. Erste Versuche des Infosystems auf 145.300 MHz wurden durchgeführt. Baudraten von 45-1200 Baud sind möglich. Da sich 1200 Baud Signale akustisch für Laien wie Packet Radio Signale anhören, kam aus PA0 vom dortigen UKW-Referenten ein Brief, worin die VERON Protest einlegt, daß auf 145.300 MHz Packet Radio gemacht wird. Es wurde vom UKW-Referenten des DARC klargestellt, daß DB0QFA auf 145.300 MHz nur Baudot- und ASCII-Betrieb macht und kein Packet Radio.

Februar 01

DB0QF ist durch einen technischen defekt außer Betrieb.

Mai 02

Testversuche auf 144.300 MHZ in SSTV für den Umbau von DB0QF als Multimode Relais.

August 03

Steuerung für DB0QF fertig aufgebaut und getestet.

September 03

Durch DG5EM wurde die Endstufen PA und der Steuersender fertiggestellt. DF3EY passte die Steuerung an den RX und and den TX an. Sender und RX laufen im Dauerbetrieb.

Oktober 03

am 3.10.03 wurde DB0QF in Rheinberg wieder aufgebaut und in Betrieb genommen. Ab sofort arbeitet DB0QF als Multimode Relais. In der Hauptsache wird dort aber SSTV Betrieb gemacht. Das Relais kann Bilder empfangen und wieder aussenden sowie Bilder direkt übertragen.

Oktober 03

am 5.10.03 wurde DB0QF durch Packet Radio Signale gestört. Diese stammen von einen Simplex Digipeater in Nord Holland der auf 431.025 MHz arbeitet.

November 03

Plötzlicher Feldstärkeabfall. Grund ist ein Defekt am Steuersender. Die Endstufe des Steuersenders ist defekt.

November 03

Nachdem DF3EY aus dem Urlaub zurück ist, wurde der defekte Steuersender ausgebaut. Dieser wurde nach DG5EM gebracht und dort sofort repariert. Der reparierte Sender wurde eingebaut und arbeitet wieder normal.

Nach einigen Tagen stellte man fest das alle Signale verzerrt wurden. Ein defekt im RX wurde festgestellt. RX ausgebaut und Reserve RX eingebaut. Der Reserve RX ist leider auch defekt. DG5EM bestellt Quarze für einen RX von Bosch.

Dezember 03

Nach dem Eintreffen der Quarze wurden diese sofort eingebaut. Der Rx wird mit einer Digitalen Rauschsperre ausgeruestet.. Diese Arbeitet nach einiger Zeit sehr gut. Es gibt Probleme mit der NF des RX.

Januar 04

Aufgrund eines Technischen Problems am Sender muss DB0QF abgeschaltet werden. Es wird weiter daran gearbeitet.

DB0QFA die RTTY Mailbox arbeitet immer noch ohne Probleme

....weiters folgt.................

Aktuell 26.04.17

Die RTTY Mailbox auf 2m auf 145.300 Mhz ist mangels Interesse abgeschaltet worden. Die Lizenz und das und das Rufzeichen sind nach 28 Jahren Betrieb an die Bundesnetzagentur zurück gegeben. worden.

Die Aktuellen Ereignisse können Sie weiterhin in der Rubrik INFOS lesen!